SKT steht für Seilklettertechnik. Die A-Stufe (SKT-A) ist der Grundschein — Aufstieg, Positionierung, Selbstrettung im Baum. Die B-Stufe (SKT-B) ist die Aufbaustufe: Arbeiten mit der Motorsäge in der Krone, gezieltes Ablassen von Schnittgut, Rettung eines verletzten Kollegen aus großer Höhe. Wer SKT-B hat, darf im Baum sägen. Wer nur SKT-A hat, darf hoch — aber nicht arbeiten. Der Unterschied klingt formal, ist im Alltag aber entscheidend.
Warum das die wichtigste Zertifikatsfrage ist
Baumpflege- und Fällarbeiten in der Krone gehören zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten überhaupt. Die Berufsgenossenschaft (SVLFG) fordert für Arbeiten am hängenden Seil im Baum eine ausdrückliche Qualifikation. Ohne SKT-B ist die Arbeit nicht versichert — weder für den Kletterer noch für den Auftraggeber.
Für Dich als Auftraggeber heißt das: wenn ein Anbieter „klettert auch" nebenbei anbietet, ohne SKT-B nachweisen zu können, ist das im Schadensfall Dein Problem. Die Versicherung wird prüfen, und wenn der Auftrag nicht fachgerecht ausgeführt wurde, greift die Berufshaftpflicht des Anbieters gegebenenfalls nicht.
Wie man einen Nachweis erkennt
Ein SKT-B-Nachweis ist ein bebilderter Ausweis oder ein Zertifikat mit Name, Ausbildungsstätte, Datum und in der Regel einer Fortbildungspflicht (Auffrischung alle paar Jahre). Wer eine Kletter-Zertifizierung hat, zeigt sie normalerweise unaufgefordert. Wer die Vorlage vor Auftragsstart verweigert, hat sie meistens nicht.
Bei TIMBER ist SKT-A im Kernteam vorhanden, SKT-B über feste freie Fachpartner. Auf jedem Einsatz wird die konkrete Ausführung so besetzt, dass die jeweils nötige Qualifikation vor Ort ist. Nachweise werden auf Anforderung vor Auftragsstart vorgelegt.
Was SKT nicht abdeckt
Seilklettertechnik ist die Aufstiegs- und Arbeitsmethode. Sie ersetzt keine baumfachliche Beurteilung — dafür braucht es zusätzlich Fachagrarwirt Baumpflege oder eine vergleichbare gutachterliche Qualifikation. Und sie ersetzt keinen Motorsägen-Grundlehrgang (AS Baum I und II) für die Handhabung der Säge in der Krone selbst.
Ein vollständig aufgestellter Betrieb bringt also mehrere Qualifikationen mit: SKT-A/B für die Kletterei, Motorsägenlehrgänge für die Säge, Ersthelfer im Baum für die Sicherheit, und mindestens einen Fachagrarwirt Baumpflege oder einen geprüften Baumkontrolleur für die fachliche Einschätzung.
Fazit
Frag im Angebot nicht „Habt Ihr SKT?" sondern „Wer im Team hat SKT-B, und kann ich den Nachweis vor Auftragsstart sehen?". Ein seriöser Betrieb legt vor. Wer ausweicht, spart am falschen Ende.